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Erfahrungsbericht Frankreich

Ehrenamt – Erfahrungsberichte

Freiwilligenarbeit für die Aufrechterhaltung der Vereine und Verbünde

In Frankreich arbeiten jedes Jahr etwa 10 Millionen Menschen auf ehrenamtlicher Basis. Die von ihnen geleistete Arbeit entspricht einer wirtschaftlichen Leistung von rund 76 Millionen € im Jahr. Der Wunsch, anderen selbstlos zu helfen ist essentiell um die Vereinsarbeit zu erhalten und soziales Handeln zu unterstützen.

Catherine Bouloc

In unserer Arbeitsgruppe in Toulouse haben wir viel über die Motivation von Freiwilligen diskutiert. Viele TeilnehmerInnen haben den Eindruck, dass die Motivationen sowohl durch kollektives und persönliches Engagement gefördert wird. Gleichzeitig wirken die geographische Nähe, die Affinität des Freiwilligen und die Unterstützung durch ein lokales Netzwerk motivierend. Dieses Engagement steht ebenfalls in Verbindung mit der Ebene der religiösen Praxis und der familiären Situation. Daraus lässt sich für uns schließen, dass die Motivation der Freiwilligen durch vielfältige Faktoren geprägt wird. Dazu zählen unter anderem der Wunsch, anderen zu helfen und ihnen in schwierigen Situationen beizustehen, aber auch der Wunsch nach interkulturellem Austausch , nach der Umsetzung eigener Ideen und des eigenen Glaubens.

Catherine Bouloc ist Freiwillige im ESP Verband (Mitglied der FEP) und arbeitet primär im Fachbereich der beruflichen und sozialen Integration. Ihrer Meinung nach ist es besonders wichtig, Menschen in schwierigen Situationen durch einen pragmatischen Ansatz zu unterstützen:

„Man muss präsent sein, zuhören können und effizient arbeiten. Wir müssen unser Bestes geben, um die Kultur und Erfahrungen von Menschen, die Hilfe brauchen, zu verstehen. Durch diese Vorgehensweise können wir Hilfe leisten.“

Als Freiwillige ist es Catherines Aufgabe, Arbeitsuchende auf ihrem Weg aus der Arbeitslosigkeit in ein Berufsleben zu begleiten und zu unterstützen und sie zu beraten.

“Die Arbeit eines Freiwilligen kann häufig auch sehr schwierig sein, besonders wenn Fähigkeiten gefragt sind, die wir erst noch entwickeln müssen. Es ist immer wieder eine sehr komplexe und herausfordernde Aufgabe, sich auf die vielfältigen Zielgruppen einzustellen und ihren sich verändernden Bedürfnisse gerecht zu werden.”

Das Gefühl etwas bewirkt zu haben erfüllt Catherine Bouloc:

„Die Freiwilligenarbeit ermöglicht es mir, meine Fähigkeiten einzusetzen um anderen zu helfen.“

Eva Maria Richter

Eva Maria Richter

Eva Maria Richter

In der Betrachtung der Thematik der Wirtschaftsmigration bildet die Arbeit von Eva Maria Richter, die mit den deutschen Frauen in Toulouse ehrenamtlich tätig ist, die Grundlage und das Herzstück. In dieser Arbeit wird immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, die Situation der Hilfesuchenden Menschen zu verstehen: „Als deutsche Migrantin in Frankreich verstehe die Probleme im alltäglichen Leben der Menschen, denen ich helfe. Deshalb kann ich ihnen bei der Überwindung ihrer Einsamkeit und bei Bewältigung ihrer wiederkehrenden Probleme wie z.B. Passivität, Sprachbarrieren und Isolation, eine gute Anleitung und Lösungen anbieten.”

Die Zielgruppe ihrer Arbeit sind also Frauen, die aufgrund der Arbeitsmigration ihrer Männer ebenfalls immigriert sind und die kulturellen Unterschiede zwischen ihrem alten Leben in Deutschland und ihrem neuen Leben in Frankreich überwinden müssen.

Nachdem Eva Maria Richter lange ehrenamtlich mit diesen Frauen gearbeitet hat, ist sie nun ein professioneller Coach für dieses spezielle Klientel:

„Mein Engagement ist auf Offenheit und interkulturellen Austausch ausgerichtet. Obwohl meine Arbeit zu Beginn primär als Unterstützung für praktische Situationen, wie z.B. Die Anmeldung in Toulouse, Abwicklungen von Behördengängen, etc., angedacht war, entwickelt es sich nun als Vernetzung deutscher Auswanderer in Toulouse. Sie sollen sich gegenseitig kennenlernen und unterstützen.“