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Erfahrungsberichte Italien

Migration – Erfahrungsberichte

Mordi Precious, Nigerianerin, kam 2011 von Libyen nach Italien.

Mein Name ist Mordi Precious, ich wurde 1989 geboren und bin Nigerianerin, komme genauer gesagt aus Ubulu-Uku. 2008 verließ ich Nigeria, um nach Libyen zu gehen.

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Mordi Precious, Nigeria

Dort arbeitete ich als Babysitterin, als Verkäuferin in einem Restaurant und als Putzfrau. Das Leben dort war so ganz in Ordnung, bis der Krieg kam und ich nach Italien auswanderte.

Ich kam 2011 in Italien (Lampedusa) mit der Hilfe meines libyschen Arbeitgebers an und wurde zuerst von der Regierung aufgenommen. Später wurde ich der Diaconia Valdese (Waldensischen Diakonie) übergeben. Von Mai 2011 bis Ende 2012, im Rahmen des sogenannten “Emergenza Nord Africa”- Programms, lebte ich in einer Wohnung mit anderen sieben Nigerianern in Torre Pellice (Provinz Turin) zusammen.

Am Anfang fiel es mir aufgrund der Sprachbarriere hier nicht leicht, aber Gott sei dank verstanden einige der   Arbeiter in der Diaconia Valdese Englisch. Später boten sie mir an, mit ihnen zusammenzuarbeiten: Ich begann als Freiwillige in einem Sommercamp für Jugendliche. Es war abermals nicht leicht, aber es bot mir die günstige Gelegenheit, die italienische Sprache von den Kindern zu lernen – sie halfen mir viel. Danach bekam ich einen auf ein Jahr befristeten Job bei der Diaconia Valdese – ich arbeitete mit behinderten Menschen und Kindern. Letzten Endes waren die Men meine Organisation eine Inspirationsquelle für mich: Sie gab mir hier in Italien eine Zukunft, sie lies mich zur Schule gehen und mich mit anderen Menschen vertraut machen. Ich danke Gott für den Tag, an dem er mich mit ihnen in Kontakt treten ließ.

Im Augenblick arbeite ich beim Nigeria TV Projekt in Turin mit und habe ein paar andere Arbeiten hier im Piemont.

Mordi Precious

Yagoub Kibeida aus Sudan hat das Asyl in den Niederlanden erhalten. Zur Zeit wohnt er in Italien und arbeitet mit Flüchtlingen und Asylbewerbern.

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Yagoub Kibeida, Sudan

Meine Erfahrung als Flüchtling begann nicht in Italien, sondern in den Niederlanden. In den neunzigern Jahren hatte ich Asyl beantragt: damals wussten viele Niederländer noch nicht, wo Sudan liegt. Für mich waren die Niederländer ein bisschen merkwürdig: ich konnte es nicht verstehen, warum sie so direkt waren und gleichzeitig so lange brauchten, um eine Entscheidung zu treffen.

Ich mag die Niederländer, weil sie ihr Wort halten. Um sie zu verstehen, habe ich ein sehr interessantes Buch gelesen: „Dealing With The Dutch“. In den Niederlanden gibt es zwei Phasen im Asylverfahren: AC (die Erstaufnahme) und AZC (zweite Aufnahme). In diesen zwei Phasen habe ich vier Monate verbracht, dann habe ich die Aufenthaltsgenehmigung erhalten. In der zweiten Phase beginnt das Programm der Einbürgerung, das aktive Staatsbürgerschaft- und Sprachkurse beinhaltet.

Am Ende der zweiten Phase wohnt der Flüchtling in einer eigenen Wohnung unter der Verantwortung der sozialen Arbeit der Stadt, in der er lebt. Er wird genauso wie ein niederländischer Staatsbürger behandelt. Die soziale Unterstützung ist unbegrenzt, aber der Flüchtling hat auch Pflichte, wie z.B. die Sprache zu lernen, eine Ausbildung zu machen, die Universität erfolgreich zu besuchen und falls er das Studium nicht abschließt, soll er sich bemühen, um eine Arbeit zu finden.

In den Niederlande habe ich als Freiwillige in der sozialen Arbeit mitgearbeitet, um den Flüchtlingen zu helfen, deren Schwierigkeiten im Vergleich zu den Problemen der Flüchtlinge in Italien sehr unterschiedlich sind. Darüber hinaus habe ich auch Veranstaltungen und Partys organisiert. Ich habe auch weiterhin mit der sudanesischen Menschenrechtsorganisation gearbeitet und insbesondere habe ich mich um die Situation der Sudanesen sowohl in Sudan als auch in den Niederlanden gekümmert, vor allem um die Leute, die unter langen Wartezeiten gelitten haben. Außerdem habe ich das Vertreiben mancher Flüchtlinge vermeidet.

Heutzutage wohne ich in Italien, in Turin, und arbeite mit der Diaconia Valdese und anderen Organisationen in der Unterstützungsprojekte für Flüchtlinge und Asylbewerber.

Yagoub Kibeida